Wellplatten bohren – welcher Bohrer ist der richtige?
Wellplatten aus Kunststoff sollten am besten mit einem Kegelbohrer oder Stufenbohrer vorgebohrt werden. Diese Bohrer ermöglichen saubere Bohrlöcher und reduzieren das Risiko von Rissen und Ausbrüchen. Wichtig ist außerdem, die Bohrlöcher ausreichend groß auszuführen, damit sich die Wellplatten bei Temperaturänderungen ausdehnen und zusammenziehen können.
In diesem Ratgeber erfährst Du, wie Du Wellplatten aus Polycarbonat, Acrylglas, PVC oder GFK richtig bohrst, warum das Vorbohren wichtig ist und welche Fehler Du bei der Montage vermeiden solltest.
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Welcher Bohrer eignet sich für Wellplatten?
Für Wellplatten aus Kunststoff empfehlen wir einen Kegelbohrer oder Stufenbohrer. Damit lassen sich die benötigten Bohrlöcher kontrolliert herstellen und auf den erforderlichen Durchmesser bringen.
Besonders bei Kunststoffplatten ist eine saubere Bohrung wichtig. Die Platte darf beim Bohren nicht unnötig unter Spannung gesetzt werden, da dies später zu Rissen oder Beschädigungen führen kann.
Geeignet sind insbesondere:
- Kegelbohrer: sehr gut zum Bohren und kontrollierten Erweitern der Bohrlöcher geeignet
- Stufenbohrer: ermöglicht saubere Bohrungen in unterschiedlichen Durchmessern
Beim Bohren sollte die Wellplatte im Bereich der Bohrstelle ausreichend unterstützt werden, damit sie nicht vibriert oder flattert.
Warum müssen Wellplatten vorgebohrt werden?
Wellplatten müssen vorgebohrt werden, damit sie sich bei Temperaturänderungen ausdehnen und zusammenziehen können, ohne dass Spannungsrisse entstehen.
Kunststoffe verändern ihre Abmessungen abhängig von der Temperatur. Bei Wärme dehnen sich die Platten aus, bei niedrigeren Temperaturen ziehen sie sich wieder zusammen.
Würde eine Schraube ohne ausreichendes Bewegungsspiel durch die Platte geführt, könnte die Befestigung diese natürliche Ausdehnung behindern. Dadurch entstehen Spannungen im Material, die im ungünstigsten Fall zu Rissen führen können.
Das Vorbohren dient deshalb nicht nur der eigentlichen Befestigung, sondern schafft gleichzeitig das notwendige Bewegungsspiel für die Wellplatte.
Wie groß müssen die Bohrlöcher bei Wellplatten sein?
Die Bohrlöcher sollten mindestens 4 mm größer als der Schaftdurchmesser der verwendeten Schrauben sein. Dadurch erhält die Wellplatte ausreichend Spiel für ihre thermische Ausdehnung.
Hat der Schraubenschaft beispielsweise einen Durchmesser von 6 mm, sollte das Bohrloch entsprechend größer ausgeführt werden. Entscheidend ist dabei der Schaftdurchmesser der Schraube und nicht der Durchmesser des Schraubenkopfes.
Zu kleine Bohrlöcher gehören zu den häufigsten Montagefehlern. Kann sich die Platte bei Wärme nicht ausreichend bewegen, baut sich Spannung rund um die Befestigungspunkte auf.
Wie bohrt man Wellplatten richtig?
Lege die Wellplatte beim Bohren stabil auf, unterstütze den Bereich rund um die Bohrstelle und arbeite mit einem geeigneten Kegel- oder Stufenbohrer. So werden Vibrationen reduziert und saubere Bohrlöcher ermöglicht.
Gehe beim Bohren folgendermaßen vor:
- Bohrstellen markieren: Zeichne die benötigten Befestigungspunkte entsprechend der Verlegevorgaben an.
- Platte abstützen: Unterlege den Bereich der Bohrstelle beispielsweise mit einem geeigneten Holzstück, damit die Platte beim Bohren nicht vibriert.
- Platte sichern: Achte darauf, dass die Wellplatte während der Bearbeitung nicht verrutscht.
- Bohrloch herstellen: Bohre mit einem Kegel- oder Stufenbohrer gleichmäßig und ohne unnötig hohen Druck.
- Bohrloch ausreichend groß ausführen: Berücksichtige mindestens 4 mm zusätzlich zum Schraubenschaft.
- Bohrstelle kontrollieren: Entferne vorhandene Späne und prüfe das Bohrloch vor der Verschraubung.
Wo werden Wellplatten gebohrt – Wellenberg oder Wellental?
Bei einer Dachverlegung werden Wellplatten in der Regel auf dem Wellenberg befestigt. Bei einer senkrechten Wandverkleidung erfolgt die Befestigung entsprechend den jeweiligen Verlegevorgaben.
Für Dachkonstruktionen kommen je nach Material und Wellprofil passende Kalotten oder Abstandhalter zum Einsatz. Sie unterstützen die fachgerechte Befestigung und verhindern, dass die Wellplatte beim Verschrauben verformt wird.
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Wellplatten aus Polycarbonat richtig bohren
Polycarbonat zeichnet sich durch eine hohe Schlagzähigkeit aus, benötigt bei der Montage aber ebenfalls ausreichend Bewegungsspiel. Auch Polycarbonat-Wellplatten werden deshalb vor der Verschraubung entsprechend den Verlegevorgaben vorgebohrt.
Ein Kegel- oder Stufenbohrer ermöglicht eine saubere Bohrung und erleichtert es, den erforderlichen Bohrlochdurchmesser herzustellen.
Acrylglas Wellplatten richtig bohren
Bei Acrylglas ist eine spannungsfreie Verarbeitung besonders wichtig. Das Material bietet eine hohe Lichtdurchlässigkeit, reagiert bei unsachgemäßer Bearbeitung jedoch empfindlicher auf Spannungen als Polycarbonat.
Die Platte sollte deshalb rund um die Bohrstelle gut unterstützt werden. Verwende einen geeigneten Kegel- oder Stufenbohrer und arbeite ohne unnötig hohen Druck. Auch hier muss das Bohrloch ausreichend größer als der Schraubenschaft sein, damit sich die Platte bewegen kann.
PVC- und GFK-Wellplatten bohren
Auch bei Wellplatten aus PVC oder GFK müssen die jeweiligen Verlegevorgaben berücksichtigt werden. Je nach Material und Plattensystem unterscheiden sich Befestigungsmittel und Montage.
Entscheidend ist auch hier, die Platten nicht unter Spannung zu montieren und die vorgesehenen Befestigungspunkte sowie das erforderliche Bewegungsspiel einzuhalten.
Wie fest dürfen die Schrauben bei Wellplatten angezogen werden?
Schrauben dürfen bei Wellplatten nicht zu fest angezogen werden. Die Befestigung muss sicher sitzen, darf die Platte aber nicht verspannen oder verformen.
Zu fest angezogene Schrauben können die notwendige Bewegung der Platte behindern. Zusammen mit zu kleinen Bohrlöchern erhöht dies das Risiko von Spannungen und Beschädigungen.
Achte deshalb darauf, die zum jeweiligen Material gehörenden Befestigungsmittel und Verlegehinweise zu verwenden.
Häufige Fehler beim Bohren von Wellplatten
- Bohrloch zu klein: Die Platte kann sich bei Wärme nicht ausreichend ausdehnen.
- Platte nicht abgestützt: Vibrationen beim Bohren können zu unsauberen Bohrungen oder Beschädigungen führen.
- Ungeeigneter Bohrer: Das Risiko von Ausbrüchen und unsauberen Bohrlöchern steigt.
- Zu hoher Druck: Die Platte wird beim Bohren unnötig belastet.
- Schrauben zu fest angezogen: Die Wellplatte wird verspannt und kann sich nicht ausreichend bewegen.
- Verlegevorgaben nicht berücksichtigt: Befestigung und Zubehör unterscheiden sich je nach Material und Plattensystem.
FAQ zum Bohren von Wellplatten
Muss man Wellplatten immer vorbohren?
Wellplatten aus Kunststoff müssen entsprechend den jeweiligen Verlegevorgaben vorgebohrt werden. Dadurch entsteht das notwendige Bewegungsspiel für die temperaturbedingte Ausdehnung der Platten.
Kann man Wellplatten mit einem normalen Bohrer bohren?
Für Kunststoff-Wellplatten empfehlen wir einen Kegelbohrer oder Stufenbohrer. Damit lassen sich saubere Bohrlöcher herstellen und kontrolliert auf den erforderlichen Durchmesser erweitern.
Wie viel größer muss das Bohrloch als die Schraube sein?
Das Bohrloch sollte mindestens 4 mm größer als der Schaftdurchmesser der verwendeten Schraube sein. Dadurch bleibt ausreichend Platz für die thermische Ausdehnung der Wellplatte.
Warum reißen Wellplatten an den Schrauben?
Risse rund um Befestigungspunkte können unter anderem entstehen, wenn das Bohrloch zu klein ist, die Schrauben zu fest angezogen wurden oder die Platte nicht ausreichend Bewegungsspiel für ihre thermische Ausdehnung besitzt.
Fazit: Wellplatten mit dem richtigen Bohrer spannungsfrei befestigen
Für das Bohren von Kunststoff-Wellplatten sind Kegel- oder Stufenbohrer besonders geeignet. Mindestens ebenso wichtig wie die Wahl des Bohrers ist ein ausreichend großes Bohrloch: Es sollte mindestens 4 mm größer als der Schraubenschaft sein, damit sich die Platte bei Temperaturänderungen bewegen kann.
Mit einer stabilen Auflage, dem richtigen Werkzeug und einer spannungsfreien Verschraubung reduzierst Du das Risiko von Rissen und sorgst für eine dauerhaft sichere Befestigung Deiner Wellplatten.
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