Terrassenüberdachung als Wetterschutz bauen
Lange Grillabende mit den Lieben, Wäsche trocknen, Obst und Gemüse anpflanzen oder den Hausrat unterstellen - Terrassen sind vielseitig nutzbar. Doch ohne Terrassenüberdachung sind Sie Wind und Wetter ausgesetzt. Daher möchten wir Ihnen in diesem Ratgeber verraten, welche vier Fragen Sie sich vor dem Bau des Dachs unbedingt stellen und was Sie sonst noch beachten sollten.
Frage Nr. 1: Welches Material bevorzugen Sie für Ihre Terrassenüberdachung
Bei der Materialwahl für das Terrassendach empfehlen wir Ihnen grundsätzlich Kunststoffplatten. Alternativ gäbe es beispielsweise noch Holz, Glas oder Metall - doch gegenüber Kunststoff sind diese Stoffe deutlich weniger witterungsbeständig und langlebig.
Abgesehen davon sind Kunststoffplatten aus Acryl oder Polycarbonat leichter und lassen sich einfacher montieren. Bei der Entscheidung zwischen diesen beiden Kunststoffen sollten Sie auf Aspekte wie die Lichtdurchlässigkeit, UV-Beständigkeit, Hagelbeständigkeit und Temperaturbeständigkeit achten. Im Folgenden möchten wir Ihnen die Unterschiede kurz erläutern
Acryl
- aufgrund der Materialstruktur besonders lichtdurchlässig und daher ideal, wenn Sie es sehr hell mögen und für Terrassen auf denen gegärtnert werden soll
- dennoch ist das Material UV-beständig und daher bestens für sonnige Orte geeignet
- allerdings ist dieser thermoplastische Kunststoff nur bis ca. +80 °C hitzebeständig, sodass das Acryl weniger geeignet ist, wenn Sie einen Heizstrahler unter der Terrassenüberdachung montieren wollen
Polycarbonat
- dieser Kunststoff ist weniger lichtdurchlässig, dadurch aber auch etwas blickdichter als Acryl - das ist vor allem dann praktisch, wenn jemand auf Ihre Terrasse von oben sehen kann
- dafür ist eine Terrassenüberdachung aus Polycarbonat sehr wetterbeständig und selbst Hagel ist aufgrund der hohen Schlagzähigkeit kein Problem
- darüber hinaus ist das Material bis ca. +120 °C hitzebeständig, weshalb Sie solche Kunststoffplatten bevorzugen sollten, falls Sie die Montage eines Heizstrahlers planen
- aufgrund der guten Biegsamkeit können Sie mit Kunststoffplatten aus Polycarbonat auch ein gebogenes Terrassendach bauen
- im Vergleich zur Acryl ist dieses Material allerdings etwas weniger UV-beständig - aber auf Grund der Oberflächenvergütung genauso für den Außeneinsatz verwendbar.
Frage Nr. 2: Doppelstegplatten oder Wellplatten für eine Terrassenüberdachung
Die Art der Kunststoffplatte ist nicht nur eine Frage des Materials, sondern auch der Bauart. Sinnvoll sind für eine Terrassenüberdachung Doppelstegplatten oder Wellplatten. Der offensichtlichste Unterschied zwischen diesen beiden Varianten ist der Aufbau: Während Doppelstegplatten aus zwei Materiallagen bestehen, die durch Stege verbunden sind (deshalb werden sie oft auch Hohlkammerplatten genannt), bestehen Wellplattenaus einer Lage und verlaufen sinuswellenförmig.
Wie wirkt sich dieser unterschiedliche Aufbau aus?
Wie bereits erwähnt bestehen Doppelstegplatten aus zwei miteinander verbundenen Kunststoffplatten. Durch die Stege entstehen viele kleine Hohlkammern, durch die solche Kunststoffüberdachungen sehr robust und wärmedämmend sind. Das hat den Vorteil, dass es im Herbst und Winter unter einem Dach aus Doppelstegplatten länger warm bleibt, wenn die Sonne schien - dafür ist es im Sommer aber auch wärmer. Wellplatten verfügen hingegen über weniger Dämmwirkung.
Frage Nr. 3: Tragwerk selbst bauen oder fertig bestellen
Inzwischen gibt es zahlreiche Bausätze für Terrassenüberdachungen, bei deren Kauf Ihnen das komplette Tragwerk (ohne Dach) geliefert wird. Der große Vorteil an solchen fertigen Bausätzen ist, dass Aspekte wie die Statik und Traglast bei der Konstruktion schon beachtet wurden. So müssen Sie beim Bestellen der Kunststoffplatten nur noch darauf achten, dass das Gestell das Gewicht des Daches tragen kann.
Bauen Sie sich das Tragwerk hingegen selbst, müssen Sie über Aspekte wie die Festigkeitsklasse, Eigenlast und Schneelast selbst entscheiden.
Frage Nr. 4: Welches Fundament soll es sein?
Je nach Größe der Terrasse und des Gesamtgewichts kann ein Streifenfundament sinnvoll sein. In den meisten Fällen reicht jedoch ein Betonfuß, der im Boden versenkt wird. Planen Sie zudem Pfostenträger ein, die entweder direkt im Beton eingegossen sind oder nachträglich mit Schwerlastankern auf das Fundament geschraubt werden. Diese schützen das Holz des Tragwerks vor Feuchtigkeit, wodurch es länger hält.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Bau einer Terrassenüberdachung
Liegen alle benötigten Materialien und Werkzeuge bereit, kann es losgehen:
1. zuerst setzen Sie das Fundament für die Pfosten
2. anschließend werden die Pfosten des Tragwerks eingesetzt und ausgerichtet
3. nun werden die Querbalken befestigt
4. je nach Art der Kunststoffplatte werden nun die Sparren gesetzt (bei Stegplatten unbedingt auf den richtigen Sparrenabstand achten!)
5. Sollten Sie Wellplatten verbauen wollen bitte die Querlattung im richtigen Abstand verbauen.
Tipp! Sollte das Tragwerk aus Holz sein empfehlen wir Ihnen eine Lasur als Schutz auftragen.
