Wellplatten schneiden und bohren so gelingt die Bearbeitung ohne Risse

Warum das richtige Werkzeug entscheidend ist
Damit beim Zuschneiden oder Bohren nichts reißt, ausfranst oder Spannungsrisse entstehen, brauchst Du eine saubere Auflage, geeignete Säge- und Bohrer sowie die richtige Technik. In dieser Anleitung zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wie Du Polycarbonat-, Acrylglas-, Ondex®-, Sollux®- und GFK-Wellplatten präzise und sicher bearbeitest.
1) Vorbereitung: Auflage, Markierung und Temperatur
Eben und vollflächig auflegen: Lege die Platte beim Sägen oder Bohren auf eine stabile Unterlage oder auf Kanthölzer mit Zwischenlage.
Sicher fixieren: Verwende Schraubzwingen mit weichen Schutzbacken, damit die Platte beim Bearbeiten nicht vibriert oder verrutscht.
Markieren: Markiere Schnitt- und Bohrstellen mit einem wasserlöslichen Filzstift oder Klebeband und Bleistift.
Temperatur beachten: Kunststoffplatten lassen sich am besten bei +10 °C bis +25 °C bearbeiten. Vor der Verarbeitung sollten die Platten akklimatisiert sein.
2) Wellplatten richtig zuschneiden
Geeignete Werkzeuge
Kreissäge mit fein gezahntem, hartmetallbestücktem Vielzahnsägeblatt (ideal für gerade Schnitte)
Stichsäge ohne Pendelhub mit feinem Kunststoffsägeblatt (für Wellenverlauf oder kurze Schnitte)
Schnitttechnik
Hohe Drehzahl, gleichmäßiger Vorschub: Nicht drücken, sondern gleichmäßig führen.
Vibration vermeiden: Platte stets gut abstützen, um Risse oder Flattern zu verhindern.
Einzeln schneiden: Keine Stapelschnitte, um Reibung und Schmelzspuren zu vermeiden.
Tipp:
Längsschnitte (entlang der Welle): Mit Stichsäge und Führungsschiene.
Querschnitte (über die Wellen): Mit Kreissäge für saubere, gerade Schnittkanten.
3) Wellplatten richtig bohren
Bohrerwahl
Kegel- oder Stufenbohrer (optimal für Kunststoffe, ausrissfrei).
Alternativ: scharfer Metallbohrer mit reduziertem Vorschub.
Bohrtechnik
Unterlage verwenden: Holzbrett unterlegen, um Durchbruch und Vibrationen zu vermeiden.
Bohrlochdurchmesser: Immer mind. 4 mm größer als der Schraubenschaft – für die thermische Ausdehnung.
Mittig bohren, hohe Drehzahl, moderater Vorschub.
Kein Bohren im Überlappungsbereich bei Acrylglas!
4) Strukturierte Wellplatten richtig ausrichten
Strukturierte Oberflächen kommen bei Polycarbonat- und Acrylglas-Wellplatten vor.
Hier gilt immer:
➡️ Struktur nach unten, glatte Seite nach oben.
So kann Regenwasser besser ablaufen und Schmutz bleibt nicht haften – die Oberfläche bleibt klar und pflegeleicht.
5) Befestigungssysteme je nach Material
| Material | Befestigungssystem | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Polycarbonat | Kalotte + Schraube | Struktur nach unten, UV-Seite nach außen. Sehr schlagfest und hagelsicher. |
| Acrylglas | Kalotte + Schraube | Struktur nach unten, keine Abstandhalter verwenden. Maximale Plattenlänge ca. 4 m. |
| GFK Duraclad® | Kalotte + Schraube | Blickdicht, hohe Stabilität. Bohrung mit Metall- oder Stufenbohrer. |
| Sollux® (PVC) | Abstandhalter + Schraube | Hagelsicher bis 40 mm Korndurchmesser (gemäß Herstellerbedingungen). |
| Ondex® (PVC) | Abstandhalter + Schraube | Uneingeschränkt hagelsicher (gemäß Herstellerbedingungen). |
Damit die Platten arbeiten können, dürfen Schrauben nicht zu fest angezogen werden. Achte darauf, dass die Dichtscheibe leicht anliegt, ohne die Platte zu verformen.
6) Häufige Fehler vermeiden
Zu kleine Bohrlöcher → Spannungsrisse bei Wärmeausdehnung
Zu hoher Druck beim Sägen → Schmelzränder
Ohne Unterlage gesägt oder gebohrt → Ausrisse und Bruchstellen
Struktur falsch herum montiert → Schmutzfilm und Wasserstau, Platten vergilben
Schrauben überdreht → Materialspannung
Fazit: Präzise bearbeitet, dauerhaft stabil
Mit den richtigen Werkzeugen, sauberem Zuschnitt und ausreichend Dehnungsspiel bereitest Du Deine Wellplatten optimal auf die Montage vor. So erzielst Du eine langlebige, lichtdurchlässige und Witterungsbeständige Dachfläche – ob aus Polycarbonat, Acrylglas, Sollux®, Ondex® oder GFK Duraclad®.
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